2 Gedanken zu „Umgebung.

  1. Mountainbike Touren von Malcesine aus

    Der nördliche Gardasee gilt als das Mekka des Mountainbikens. Vorallem von Torbole, Riva und Malcesine starten viele europaweit bekannte und berüchtigte Touren. Hier soll ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten gegeben werden, die man von Malcesine startend hat.
    Es gibt in fast jedem Bike Shop in Malcesine dieselbe Karte mit den selben Touren, diese haben wir bis jetzt immer als Ausgangspunkt genommen. Teilweise empfiehlt es sich aber, auch mal auf Entdeckungsreise zu gehen und die vorgeschlagenen Wege zu verlassen.
    Malcesine bietet mit der Seilbahn die Möglichkeit, sehr schnell und einfach auf 1700 Höhenmeter zu kommen (Kostet: 17 Euro pP. – aber vorsicht, die Mitnahme des Bikes ist nur zu speziellen Zeiten möglich!). Doch auch von unten startend gibt es ein paar sehr schöne Touren und teilweise knifflige Trails:
    Will man von Malcesine aus den Berg erklimmen, empfiehlt sich fast immer die Via Panoramica: sie windet sich langsam den Berg hinauf und bietet fast in jeder Kurve wunderschöne Ausblicke auf das Dorf und den See. Wer es ruhiger angehen will kann bereits in der ersten Kurve die Via Panoramica verlassen und durch Olivenhaine (und stellenweise leider immer wieder Hauptstraße) bis nach Garda und zurück kommen. Diese Tour ist aber weder Konditionell noch Technisch sonderlich anspruchsvoll. Wer etwas mehr herausforderung sucht kann die Via Panoramica weiter hinauf radeln und dann den Schildern bis zur Mittelstation der Seilbahn (S. Michele) folgen. Von dort führen zwei Touren (eine links und eine rechts) durch den Wald über Geröll wieder nach Malcesine. Diese sind vom schwierigkeitsgrad her gar nicht zu unterschätzen, vorallem das viele Geröll macht manche Stellen technisch etwas schwieriger. Es empfielt sich bei der südlichen Tour etwas Links zu bleiben, somit kommt man mit etwas Glück auf Wege, die etwas weniger Geröll und dafür etwas mehr Waldwege und “flow” bieten.
    Fährt man mit der Seilbahn hinauf auf den Baldo, so muss man – will man nicht den Baldo wieder gerade hinunter die Freeridestrecke fahren: Achtung, technisch eher schwierig! – oben angekommen zuerst einmal auf einer Schotterstraße wieder ein paar Höhenmeter hinab bis man auf eine Asphaltstraße kommt. Etwas weiter Bergab kommt man auf eine Kreuzung, hier gibt es zwei möglichkeiten: Rechts in den Süden oder Links in den Norden.
    Die Tour rechts führt hauptsächlich über Straßen und Schotterweg über einen großen Bogen wieder nach Malcesine. Nett zu fahren, aber Technisch nicht sehr herausfordernd. Perfekt für Leute, die gerne die wunderschöne Natur genießen und nicht über Stock und Stein den Berg hinunter klappern wollen. Am Weg kommt man auch an dem wohl urigsten Gasthaus des Nordens vorbei: Hier gibt es selbstgemachte Nudeln mit Sugo aus dem hauseigenen Kräutergarten. Und nebenan spielen alte ur-italiener Boccia und fluchen in tiefstem Monte-Baldo dialekt über Gott und die Welt.
    Biegt man nach Links, so bieten sich in weiterer folge viele Möglichkeiten. Die meiner Meinung nach schönste führt über San Giacomono teilweise über Asphalt, teilweise über Straße nach Festa. Dort folgt man der roten Tour mit der Nummer 2 wieder einige höhenmeter über einen Forstweg hinauf bis man in Prati di Nago wieder auf Asphalt trifft. Von dort kann man nun bis nach Torbole auf Asphalt 1000 Höhenmeter bergab gleiten und teils wunderschöne aussichten geniessen, oder man biegt bei der ersten Gelegenheit in den Legendären 601er Trail ab. Dieser ist bei den richtigen Witterungsbedingungen (ist der Boden Nass, ist der Trail auch für geübte Biker eine Herausforderung!) im oberen Bereich gut zu fahren, technisch an manchen Stellen etwas schwieriger – wer sich nicht sicher ist, schiebt lieber 5 Meter bergab. Doch der 601er ist nicht ohne Grund Legendär und Berüchtigt: im unteren Teil wird er wirklich schwer, hier muss man sein Bike schon wirklich überdurchschnittlich gut beherrschen, um heil den Berg hinunter zu kommen. Man kann dem aber entgehen, indem man auf den 623 wechselt. Dieser entsteht aus dem 601er (letzterer biegt nach Links ab, der 623er geht fast geradeaus weiter). Auf dem 623 kann man nun über Geröll und Steine recht gut fahrbar (technisch etwa im mittleren Bereich) wieder zurück auf die Straße oder weiter bis nach Nago hinunter fahren. Auch hier gilt: nur bei Trockenheit ist dieser Trail fahrbar!
    In Torbole angekommen kann man mit dem Schiff (kostet: 10,20 Euro, wunderschönes Panorama über den See!) oder dem Bus zurück nach Malcesine. Die Fahrt über die Gardesana ist zwar möglich, aber ohne guter Beleuchtung des Rades wegen der teilweise nicht beleuchteten Tunnel absolut lebensgefährlich! James Bond Fans könnte dieser Rückweg trotzdem reizen: zwischen Torbole und Malcesine wurde ein Großteil der Verfolgungsjagt am Beginn des James Bond Filmes “ein Quantum Trost” gedreht.

    • Update: Habe vor ein paar Tagen im Bike Shop in Torbole erfahren, dass beim Befahren der Gardesana zwischen Torbole und Navene (bzw allgemein bei allen Tunnels in Trentino) sowohl Licht als auch eine Warnweste für alle Fahrradfahrer PFLICHT sind!

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